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Balkonkraftwerk anmelden Bayern: Register, Netzbetreiber, Zähler

Balkonkraftwerk anmelden Bayern: Ein Eintrag im Marktstammdatenregister genügt, denn Bayernwerk, SWM und die anderen Netzbetreiber bekommen die Daten von dort.

  • Zählertausch bei Bayernwerk und SWMkostenlos
  • Zeit für den Registereintrag1 Monat
  • Modulleistung ohne Extra-Antrag2000 Wp

Wenn Sie ein Balkonkraftwerk in Bayern anmelden, genügt bis 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung die Registrierung im Marktstammdatenregister; größere Anlagen müssen zusätzlich beim Netzbetreiber angemeldet werden. Beim Netzbetreiber melden müssen Sie es seit dem 16. Mai 2024 nicht mehr. Das Marktstammdatenregister ist das offizielle Verzeichnis der Bundesnetzagentur, dort stehen alle Stromerzeuger in Deutschland drin. Der Rest, etwa ein neuer Zähler, kommt danach ganz von allein ins Rollen.

So melden Sie Ihr Gerät in vier Schritten an

Seit dem Solarpaket tragen Sie Ihr Gerät überall ins Marktstammdatenregister ein, für Fragen zum Zähler oder zu größeren Anlagen ist Ihr jeweiliger Netzbetreiber zuständig.

  1. Stecken Sie das Gerät an und notieren Sie das Datum. Die Stadtwerke München nennen als Frist einen Monat für die Registrierung, tragen Sie Ihr Gerät also am besten gleich nach dem Anschließen ein.
  2. Legen Sie im Marktstammdatenregister ein Konto an und tragen Sie Ihre steckerfertige Solaranlage ein. Seit dem Solarpaket ist das der einzige Schritt, den das Gesetz verlangt.
  3. Heben Sie die Bestätigung mit Ihrer Registernummer gut auf. Man fragt sie ab, wenn Sie später einmal eine Vergütung beantragen wollen.
  4. Warten Sie auf Post. Ihre Daten bekommt der Netzbetreiber laut Bayernwerk Netz automatisch aus dem Register. Er meldet sich bei Ihnen, falls ein neuer Zähler gebraucht wird.

Ein Beispiel: Ein Hausbesitzer aus der Nähe von Regensburg schließt sein 800-Watt-Set an und trägt es innerhalb eines Monats ein. Weil bei ihm ein Eintarifzähler im Kasten hängt, regelt danach der Messstellenbetreiber den Tausch. Er muss selbst niemandem schreiben.

Wer ist bei Ihnen in Bayern der Netzbetreiber?

Gemeint ist das Unternehmen, dem die Stromleitungen vor Ihrer Haustür gehören. Das muss nicht die Firma sein, bei der Sie Ihren Strom einkaufen. Sie finden ihn auf der Stromrechnung oder über die Adresssuche von VNBdigital.

Große Netzbetreiber in Bayern und was nach dem Registereintrag passiert
NetzbetreiberVersorgungsgebietKosten ZählertauschWissenswert
Bayernwerk logoBayernwerk Netz5 Regierungsbezirke, etwa 41.200 km²gratisZählerstände müssen gemeldet werden
SWM InfrastrukturMünchener Stadtgebietgratisschnelle Registermeldung
N-ERGIE Netzrund 8.000 km² in Mittelfrankenkeine Angabe gefundenalter Zähler wird gegen einen Zähler für beide Richtungen getauscht; Installation vorher prüfen lassen
LEW Verteilnetzfast ganz Schwabenkeine Angabe gefundenbis 800 W / 2.000 W keine Extra-Meldung
swa NetzeAugsburg mit Umlandkeine Angabe gefundenVorsicht vor Werbepost

Quelle: Netzbetreiber nach Adresse suchen: VNBdigital

Das größte Gebiet versorgt laut Wikipedia die Bayernwerk Netz aus Regensburg: eine Fläche von etwa 41.200 Quadratkilometern, verteilt auf 5 Regierungsbezirke. In der Stadt München ist die SWM Infrastruktur zuständig, in der Region Nürnberg meist die N-ERGIE Netz. Diese trug zwischen 2015 und 2019 noch den Namen MDN Main-Donau Netzgesellschaft.

In Schwaben läuft der größte Teil über das Netz der Lechwerke, die ihren Sitz in Augsburg haben. Die Stadt Augsburg und ihr Umland versorgt swa Netze. Dort genügt nach der Montage ebenfalls die Meldung im Marktstammdatenregister.

Bayernwerk oder E.ON – bei wem kommt Ihre Anmeldung an?

Zahlreiche Menschen in Bayern googeln nach einer Anmeldung bei E.ON, und dafür gibt es einen einfachen Grund. Die Bayernwerk AG trug bis Juli 2013 den Namen E.ON Bayern und gehört laut Wikipedia heute zu 100 Prozent zum E.ON-Konzern.

Auch bei den Lechwerken in Schwaben hält E.ON mit 89,87 % der Anteile die Rolle des Hauptaktionärs. Ein Formular von E.ON brauchen Sie dennoch nicht. Der Eintrag im Marktstammdatenregister genügt, Ihr Netzbetreiber bekommt die Daten von dort.

Zählertausch in Bayern

Getauscht werden muss der Zähler, wenn bei Ihnen ein Eintarifzähler hängt. So ein Gerät zählt nur den Strom, den Sie beziehen. Das schreibt Bayernwerk Netz. Den Tausch organisiert der Messstellenbetreiber, sobald Ihre Anlage registriert ist. Das ist die Firma, die den Stromzähler bei Ihnen einbaut und abliest.

Bei N-ERGIE Netz kommt anstelle des bisherigen Bezugszählers ein Zweienergierichtungszähler rein. Dieser erfasst beide Flüsse separat: zum einen den Strom, den Sie aus dem Netz ziehen, zum anderen den, den Ihr Balkonkraftwerk hineinschickt.

Solange der neue Zähler noch nicht da ist, dürfen Sie Ihr Gerät am alten weiterlaufen lassen. Das steht in § 10a Absatz 3 EEG. Nach Angaben der Stadtwerke München gilt diese Übergangsregel für jeden Zählertyp, sogar für Zähler ohne Rücklaufsperre.

Werbebriefe, die Ihnen einen raschen Zählertausch anbieten, kommen nicht von dem Unternehmen, das Ihr Netz betreibt. In Augsburg warnt swa Netze ausdrücklich vor Schreiben der Deutschen Messwesen GmbH, die in die Irre führen können. Werfen Sie daher erst einen Blick auf den Absender, ehe Sie irgendetwas unterschreiben.

Steckdose und Hausinstallation

Die neuen VDE-Vorgaben erlauben es laut Bayernwerk Netz, das Gerät in eine ganz normale Schuko-Steckdose einzustecken. Trotzdem rät Bayernwerk zu einer eigenen Energiesteckdose und dazu, die Hausinstallation vorab ansehen zu lassen.

Auch N-ERGIE Netz empfiehlt, die Elektroinstallation zu kontrollieren, bevor der Stecker in die Dose kommt. Lassen Sie eine neue Steckdose setzen, können dafür nach Angaben der Stadtwerke München Kosten für die Dose und die Installationsarbeiten auf Sie zukommen.

Ab wann genügt der Registereintrag nicht mehr?

Die Grenze liegt bei 800 Watt am Wechselrichter, also dem kleinen Kasten, der den Solarstrom für die Steckdose umwandelt, und 2.000 Watt Leistung bei den Solarmodulen zusammen. Ist Ihr Gerät größer, benötigen Sie nach Angaben von Bayernwerk Netz eine Elektrofachkraft; die Anmeldung erfolgt dann über das Portal mein.Hausanschluss.

Bei LEW Verteilnetz gilt dieselbe Schwelle: Bis 2.000 Watt Modulleistung und 800 Watt Wechselrichterleistung brauchen Sie keine gesonderte Anmeldung. Darüber melden Sie die Anlage zusätzlich beim Netzbetreiber.

Braucht das Balkonkraftwerk eine Baugenehmigung?

Solaranlagen an Außenwänden sind nach Art. 57 der Bayerischen Bauordnung verfahrensfrei.

Fragen und Antworten rund um die Anmeldung in Bayern

Muss ich mein Balkonkraftwerk bei Bayernwerk anmelden?

Das ist nur dann nötig, wenn Sie eine Einspeisevergütung bekommen wollen. Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass auch kleine Balkon-Solaranlagen eine Vergütung erhalten können. Dafür stellt Bayernwerk ein eigenes Antragsformular bereit. Es fragt die Registernummer Ihrer Einheit ab und gilt ausschließlich für Anlagen bis 800 VA und 2 kWp.

Kostet der Zählertausch in Bayern etwas?

Bei Bayernwerk und bei der SWM ist der Zählertausch kostenlos. Für die anderen Netzbetreiber haben wir keine Preisangabe gefunden, fragen Sie am besten kurz bei Ihrem Netzbetreiber nach. Separat davon können Kosten für eine neue Steckdose anfallen. Diese bleiben laut den Stadtwerken München bei Ihnen.

Muss ich Bayernwerk den Zählerstand melden?

Ja. Bayernwerk Netz möchte die Zählerstände Ihrer Anlage selbst dann haben, wenn Sie keine Vergütung in Anspruch nehmen. Der Grund: Alles, was eingespeist wird, muss im Netz bilanziert, also mengenmäßig erfasst werden. Das gilt, egal ob dafür Geld fließt oder nicht.