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Balkonkraftwerk mit Speicher: lohnt sich das?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher macht mehr Solarstrom abends nutzbar, kostet aber 500 bis 1000 Euro mehr. Der Rechner zeigt in 3 Fragen, wie viel Euro ein Akku Ihnen im Jahr spart und nach wie vielen Jahren er bezahlt ist.

3 Fragen, dann sehen Sie, was ein Speicher Ihnen im Jahr bringt

Schritt 1 von 3Wie viel Strom verbraucht Ihr Haushalt im Jahr?

Steht auf Ihrer Jahresabrechnung. Faustwert: 1 Person etwa 1.200 kWh, 2 Personen etwa 1.900 kWh.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Solarmodule am Balkongeländer, daneben eine Batterie auf dem Balkonboden.

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher kann sich lohnen, wenn Sie viel Strom verbrauchen und Platz für zwei oder mehr Module haben. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch zahlt sich ein Akku laut Umweltbundesamt meist nicht aus.

  • Solarstrom, den ein Haushalt ohne Speicher sofort nutzt45 %
  • Speichergröße für ein Gerät mit 800 Watt1 bis 2 kWh
  • Aufpreis für den Speicher laut Verbraucherzentrale500 bis 1000 €
  • Frist, um den Akku kostenlos im Register anzumelden1 Monat

Muss ich den Akku anmelden?

Ja, innerhalb von 1 Monat nach dem ersten Einstecken, und die Anmeldung ist kostenlos. Im Marktstammdatenregister, dem amtlichen Verzeichnis aller Stromanlagen, melden Sie den Speicher laut Registrierungshilfe zusammen mit dem Balkonkraftwerk an.

Diese Angaben zum Akku fragt das Register ab
Feld im RegisterWas Sie eintragenWo der Wert steht
Nutzbare Speicherkapazitätdie kWh, die der Akku wirklich abgeben kann, zum Beispiel 1,92 kWhDatenblatt oder Typenschild des Akkus
Leistung des Stromspeichersdie Watt, mit denen der Akku höchstens lädt oder entlädtDatenblatt des Akkus

Quelle: Handbuch des Registers zur vereinfachten Anmeldung

Alle Felder der Anmeldung Schritt für Schritt

Wann lohnt sich ein Speicher

In einem Beispiel des Umweltbundesamts werden ohne Speicher 45 Prozent des erzeugten Stroms direkt verbraucht, wie viel es bei Ihnen ist, hängt davon ab, wann Sie Strom benötigen. Ein Speicher ist im Grunde ein Akku: Er sammelt den übrigen Strom am Tag und gibt ihn am Abend wieder ab.

Allerdings gibt es im Winter kaum Überschuss, mit dem sich der Akku laden ließe. Ein Speicher wird umso interessanter, je mehr Strom Sie verbrauchen und je größer Ihr Gerät ist, schreibt die Verbraucherzentrale. Wenn 2 Module oder mehr bei Ihnen Platz finden, kann sich die Anschaffung lohnen.

Beim Laden und Entladen geht ein Stück des Stroms verloren. Die HTW Berlin kalkuliert mit 82,5 Prozent: Speichern Sie 10 kWh, erreichen gut 8 kWh Ihre Wohnung.

Beispiele mit und ohne Speicher

GerätAkkuJahreswirkung
400 Watt Module, senkrecht Richtung Südennein280 kWh Ertrag, Netzbezug um 200 kWh geringer
800 Watt Module, senkrechtnein532 kWh Ertrag, 240 kWh davon im eigenen Haushalt verbraucht
1000 Watt Module, Singlehaushalt mit 1000 kWh Jahresverbrauch1 kWhrund 45 Prozent weniger Netzstrom, nach 5 Jahren abbezahlt
2000 Watt Module2 kWhStromkosten um 64 Prozent gesenkt

Die Zahlen der ersten beiden Zeilen kommen von der Verbraucherzentrale und dem Umweltbundesamt. Die Zeilen mit Speicher entstammen einer Studie von EUPD Research im Auftrag des Herstellers Anker, die steigende Strompreise angenommen hat, berichtet Solarserver.

Deutlich vorsichtiger fällt die Einschätzung des NDR aus: Ein Balkonkraftwerk deckt etwa 10 bis 20 Prozent des Stroms im Haushalt, mit Speicher kommt gut ein Drittel mehr dazu.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Bei einem Gerät mit 800 Watt genügen ungefähr 1 bis 2 kWh, berichtet der NDR. Von der HTW Berlin kommen 3 Faustregeln:

  • Pro 1000 kWh Jahresverbrauch sollten wenigstens 0,5 kW Modulleistung da sein, sonst bleibt zu wenig Überschuss.
  • Pro 1 kW Modulleistung sind nicht mehr als 1,5 kWh Speicher sinnvoll.
  • Auch insgesamt sollten es pro 1000 kWh Jahresverbrauch nicht über 1,5 kWh sein, das ist ungefähr der nächtliche Bedarf.

Nehmen wir ein Paar in Berlin: Es kommt auf 2000 kWh Jahresverbrauch, besitzt Module mit 1 kW und denkt über einen Akku mit 2 kWh nach. Die Modulleistung reicht nach der ersten Regel genau aus. Nach der zweiten Regel wären aber höchstens 1,5 kWh sinnvoll, mit 2 kWh läge das Paar also etwas über dem Sinnvollen.

Speicher für Balkonkraftwerke im Vergleich

Drei verbreitete Speicher, Angaben der Hersteller
SpeicherAkku je EinheitErweiterbar bisSolareingang höchstens
Anker SOLIX logoAnker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro2,68 kWh16 kWh3600 W
EcoFlow logoEcoFlow STREAM Ultra1,92 kWh11,52 kWh2000 W
Zendure logoZendure SolarFlow 800 Pro 21,92 kWh11,52 kWh2640 W

Angaben von Anker SOLIX, EcoFlow und Zendure. Als Balkonkraftwerk dürfen alle drei nur 800 Watt ins Hausnetz geben, und die Module dürfen zusammen höchstens 2000 Wp haben, auch wenn der Speicher mehr aufnehmen könnte.

Wie teuer ist ein Balkonkraftwerk mit Speicher?

Die Stiftung Warentest nahm 5 Speicher unter die Lupe, darunter Modelle von Anker, Growatt und Zendure. Der Preis lag bei rund 700 bis 1000 Euro, die Noten reichten von Befriedigend bis Mangelhaft. Bei Starkregen lief bei 4 Geräten Wasser in die verbauten Steckdosen.

Die Verbraucherzentrale beziffert den Aufpreis gegenüber einem Balkonkraftwerk auf etwa 500 bis 1000 Euro. Laut NDR sind Komplettsets inklusive Speicher ab etwa 850 Euro zu haben.

Rechnet sich der Speicher? Ein Überschlag

Jede Kilowattstunde, die Sie wegen des Speichers selbst verbrauchen statt einzukaufen, spart im Durchschnitt 37,0 Cent, so die BDEW-Strompreisanalyse. Bei 700 Euro Kaufpreis müsste der Speicher rechnerisch rund 1892 kWh zusätzlichen Eigenverbrauch ermöglichen, weitere Kosten und Strompreisänderungen sind dabei nicht berücksichtigt. Auf 10 Jahre gerechnet wären das rund 189 kWh pro Jahr.

Zum Vergleich: Das 800-Watt-Gerät aus dem UBA-Beispiel bringt ohne Akku 240 kWh pro Jahr in den eigenen Haushalt. Der Akku müsste also noch einmal fast so viel dazu bringen, und das geht nur bei viel Überschuss.

Oft gestellte Fragen

Kann ich einen Akku später nachrüsten?

Ja. Die Modelle aus dem Test der Stiftung Warentest schließen Sie per Schuko-Stecker an, das Nachrüsten ist also einfach.

Wie lange reicht ein voller Speicher?

Etwa 2 kWh reichen zum Beispiel aus, um einen Kühlschrank eine ganze Nacht zu betreiben, berichtet die Stiftung Warentest.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Einige Speicher können im Inselbetrieb Notstrom liefern, also unabhängig vom Netz arbeiten. Andere Modelle lassen sich abnehmen und als mobile Batterie mitnehmen, zum Beispiel zum Campen, schreibt die Verbraucherzentrale.