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Balkonkraftwerk anmelden NRW: was Ihr Netzbetreiber wirklich will

Balkonkraftwerk anmelden NRW-weit heißt: Sie tragen das Gerät nur ins Marktstammdatenregister ein, und Ihr Netzbetreiber holt sich die Daten dort.

  • Frist für den Eintrag im Register1 Monat
  • Seitdem keine Meldung beim Netzbetreiber16.05.2024
  • Grenze für den einfachen Weg800 W

Wer ein Balkonkraftwerk in NRW anmelden will, braucht in aller Regel nur einen Eintrag im Marktstammdatenregister. Beim Netzbetreiber müssen Sie sich seit dem Solarpaket nicht zusätzlich melden. Das gilt auch für die großen Netze im Land, etwa bei Westnetz oder RheinNetz.

Zuerst ins Register eintragen

Das Marktstammdatenregister ist das offizielle Verzeichnis der Bundesnetzagentur für alle Anlagen, die Strom produzieren. Seit dem 16. Mai 2024 ist für den üblichen vereinfachten Weg keine zusätzliche Meldung beim Netzbetreiber nötig, das bestätigen die Fragen und Antworten des Registers. Dieser unkomplizierte Weg steht Ihnen bis zu 800 W am Wechselrichter und 2.000 W an den Modulen offen.

  1. Ermitteln Sie Ihren Netzbetreiber, zum Beispiel mit der Suche nach Adresse bei VNBdigital. So ordnen Sie spätere Post leichter richtig ein.
  2. Notieren Sie Ihre Zählernummer. Nach RheinNetz steht sie am Zähler selbst, auf der Rechnung oder im Protokoll, das Sie beim Einzug bekommen haben.
  3. Tragen Sie das Gerät im Marktstammdatenregister ein. Westnetz nennt dafür eine Frist von einem Monat nach dem Start.
  4. Warten Sie, ob sich jemand zum Zähler bei Ihnen meldet. Laut DONETZ erfährt der Netzbetreiber über das Register von Ihrer Anlage.

Wer betreibt das Netz bei Ihnen?

Ihr Netzbetreiber ist für die Leitungen an Ihrem Wohnort zuständig. Das ist oft eine andere Firma als die, bei der Sie Ihren Strom kaufen. NRW hat viele Netzbetreiber, daher hilft ein Blick auf VNBdigital, wo Sie den zuständigen Betreiber für jeden Ort herausfinden.

Was sagen die Netzbetreiber in NRW?

Die großen Netzbetreiber im Land verlangen keine separate Anmeldung. Anders sieht es vor allem beim Zähler aus.

Große Netzbetreiber in NRW und was sie von Ihnen wollen
NetzbetreiberGebietEigene Meldung nötig?Zähler
Westnetz logoWestnetzNetze in NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen; Sitz Dortmundnein, normalerweise genügt der RegistereintragAustausch, falls die Einspeisung nicht korrekt erfasst wird
RheinNetzSitz Kölnneinein alter Zähler mit Drehscheibe kommt gegen ein digitales Modell weg
Netz DüsseldorfStadtgebiet DüsseldorfneinSie dürfen ab der Registrierung loslegen, selbst wenn der Zähler noch alt ist
DONETZDortmundnein, die Information kommt über das RegisterTerminvorschlag, wenn ein Austausch ansteht
Westfalen Weser NetzOstwestfalen-Lippe, Sitz Paderbornnein, bereits seit 01.04.2024der Austausch wird von selbst in Auftrag gegeben
Netze DuisburgDuisburgnein, die Daten stammen von der BundesnetzagenturSie dürfen bis zum Austausch weiter einspeisen

Quelle: Netzbetreiber nach Adresse suchen: VNBdigital

Westnetz ist nach Angaben von Westenergie Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber. RheinNetz versorgt nach Wikipedia etwa 2 Millionen Menschen und gehört zur RheinEnergie. Westfalen Weser Netz ist auf rund 6.500 km² in Ostwestfalen-Lippe und Südniedersachsen aktiv.

Zählerwechsel: Wer tauscht und wann?

Der Messstellenbetreiber betreibt Ihren Stromzähler und tauscht ihn auch aus. In Düsseldorf ist Netz Düsseldorf zugleich der zuständige Messstellenbetreiber und meldet sich, wenn ein Wechsel ansteht.

Wenn Ihr Zähler nicht passt, wird er laut Bundesnetzagentur etwa gegen einen Zweirichtungszähler ausgetauscht. Er erfasst getrennt, wie viel Strom Sie aus dem Netz holen und wie viel Sie einspeisen. RheinNetz bezeichnet diesen Zähler ausdrücklich als erforderlich.

Bis der neue Zähler kommt, dürfen Sie Ihr Gerät zum Beispiel bei Netz Düsseldorf und Netze Duisburg schon nutzen. Die Bundesnetzagentur duldet alte Zähler aber nur für eine Übergangszeit von Wochen bis einigen Monaten. Wann getauscht wird, sagt Ihnen Ihr Messstellenbetreiber.

Sonderfälle bei Westnetz

Im Normalfall genügt bei Westnetz der Registereintrag. In manchen Fällen sollten Sie nach Westnetz vorher nachfragen, weil dann möglicherweise andere Vorgaben greifen:

  • einen Speicher fürs Balkonkraftwerk
  • einen Umzug, bei dem das Gerät mitkommt
  • eine Vergrößerung der Anlage

Bei einem Umzug passen Sie die Standortdaten im Register an, damit die Angaben zur neuen Adresse stimmen.

Beispiel: 800-W-Set in einer Kölner Mietwohnung

Eine Kölner Mieterin kauft ein Set mit 800 W und besitzt noch einen alten Drehscheibenzähler. Sie trägt das Gerät im Register ein und muss RheinNetz nicht extra informieren. RheinNetz erlaubt den alten Drehscheibenzähler zunächst weiter, später tauscht der Messstellenbetreiber ihn gegen einen digitalen Zähler.

Ist in NRW eine Baugenehmigung nötig?

Nach § 62 der Bauordnung NRW sind Solaranlagen an Außenwänden verfahrensfrei. Nur Hochhäuser bilden eine Ausnahme.

Oft gestellte Fragen zum Balkonkraftwerk in NRW

Gehört Westnetz zu E.ON?

Westnetz ist eine Tochter der Westenergie AG, die zu E.ON gehört. Ob Westnetz bei Ihnen zuständig ist, sehen Sie am sichersten bei VNBdigital.

Wer wechselt in NRW den Zähler?

Dafür ist Ihr Messstellenbetreiber zuständig, in Düsseldorf zum Beispiel Netz Düsseldorf. Falls Sie einen anderen Messstellenbetreiber beauftragt haben, sprechen Sie ihn laut DONETZ direkt an.

Sind 2 Balkonkraftwerke an einem Zähler erlaubt?

Bei RheinNetz und Westfalen Weser Netz ist nur 1 steckerfertige Anlage je Zähler zulässig. Wenn die Leistung über 800 W liegt, gilt sie nach RheinNetz als reguläre Erzeugungsanlage, und der unkomplizierte Weg fällt dann weg.

Was ist anders, wenn ich eine Einspeisevergütung will?

Bei DONETZ gilt: Wer für eingespeisten Strom Geld bekommen möchte, meldet die Anlage beim Netzbetreiber an und meldet sich jedes Jahr bis zum 28. Februar.